Geschichte des Revierpark Vonderort

In den 1920er Jahren war es die Industriestadt Osterfeld (heute zu Oberhausen gehörig), die den Stadtwald pachtete und einen Entwurfswettbewerb für einen Waldpark ausschrieb. Wenn auch der Waldpark zunächst dem Repräsentationswillen der zurückliegenden Jahrhundertwende verpflichtet war, so waren doch gestalterische und funktionelle Elemente der Volksgartenbewegung nicht wegzudenken. Klare Raumgliederung und Spielfunktionen ergänzten die romantischen Landschaftsbilder der Waldpartien.

Die Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstörten auch das Parkhaus „Waldhof“. Bergsenkungen ließen den Grundwasserspiegel steigen, der Waldpark Osterfeld verfiel in den Nachkriegsjahren. Als Standort für den 3. Revierpark im Ruhrgebiet begann 1969 für den Waldpark in Osterfeld eine neue Epoche: der Revierpark Vonderort.

Die volkstümliche Namensgebung „Revierpark“ spiegelte die Lage der Parks wider und wird zum Markennamen eines Parkkonzeptes im Ruhrgebietes, das in Zielgruppe, Programm und Ausstattung an die Volksparkidee der 1920er Jahre anknüpft. Die Revierparks wurden da geplant, wo das Ruhrgebiet am dichtesten besiedelt und am wenigsten attraktiv war – in der Emscherzone. 32 ha Fläche standen den Architekten zur Verfügung, um auf den „Ruinen“ eines Stadtparks im Geiste der Jahrhundertwende einen zeitgemäßen Park, einen Revierpark, zu planen.

Als unverzichtbare Ausstattungselemente galten:

  • Sport- und Spielbereich (nicht organisiert) für jedermann
  • Freizeithaus mit Saal, Lese-, Spiel- und Gruppenräumen und verbindender zentraler Halle (Kontaktraum)
  • Frei- und Wellenbad
  • Wegenetz, Ruhebereiche, Promenade (öffentlich)
  • gewerblich betriebene Schau- und Spielbereiche, Restauration.

Mit welcher Konsequenz die „Parkmacher“ jener Zeit vom Konzept des Angebotes für die ganze Familie und einer Nutzung durch die ganze Familie ausgingen, macht eine Passage aus dem Auslobungstext zum Revierpark Vonderort deutlich, die heute fast anekdotisch anmutet: „Die Revierparks sollen die vielfältigsten Einrichtungen für die verschiedenartigsten Bevölkerungsgruppen und Altersgruppen enthalten. Hierzu gehören beispielsweise Wasserspielplätze, Kinderautobahnen, Pferdekoppeln, Hobby-Tankstellen mit Reparatur- und Autowaschplätzen für die Parkbesucher. Ein Parkbesuch soll nicht daran scheitern, dass ein Mitglied einer Familie Autoreparaturen oder Autowäsche betreiben will.“

1973 wurde der Revierpark Vonderort zusammen mit dem Solbad Vonderort eröffnet. Der Park wächst und wandelt sich ständig für die nachfolgenden Generationen. Lediglich die Gebäude und ihre Technik altern. Die Badelandschaft der 1970er Jahre wurde in den 90er Jahren ausgetauscht und es estand das Solbad Vonderort. Aus der fürsorglichen Bewegungstherapie wurden vielfältige Wellness-Angebote. Der Park selbst erfährt seinen Wandel durch die Parkbesucherinnen und Parkbesucher. Die Altwaldbestände, Spielwiesen, Sportbereiche, Wege, Plätze und neuen Baumpflanzungen sind zu einem Struktur- und Nutzungsgefüge verwachsen.

Durch die zentrale Lage des Revierpark Vonderort und zu den Wohngebieten der Kernzone des Ruhrgebiets ist der Park ein Ort unverzichtbarer Alltags- und Lebenskulturen des Ruhrgebietes. Auch für das Miteinander der verschiedenen ethnischen Kulturen im Ruhrgebiet ist der Revierpark Vonderort von höchster Bedeutung.